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Geographie und Wirtschaftskunde
Einmal in der Haut eines Flüchtlings stecken ...
Einmal in der Haut eines Flüchtlings stecken ...

Einmal in der Haut eines Flüchtlings stecken - diese Möglichkeit hat das UN-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR mit einem neuen Wissens- und Erfahrungsspiel im Internet geschaffen: Unter www.LastExitFlucht.org kann seit dem 6. März jeder gratis und interaktiv ausprobieren, wie es sich anfühlt, als Jugendlicher seine Heimat verlassen und in einem fremden Land ganz von vorn anfangen zu müssen. Zusätzlich bietet das neue Spiel des UNHCR Hintergrundinformationen zum Thema Flüchtlinge und Menschenrechte sowie eine eigene Rubrik für Lehrerinnen und Lehrer mit Vorschlägen für den Einsatz von Last Exit Flucht im Unterricht. Geeignet ab 13 bis 14 Jahren.

Ziel des neuen Reality-Games: UNHCR will Jugendliche für die Bedürfnisse von Flüchtlingen sensibilisieren. Das Spiel soll in seiner wohl einzigartigen Kombination von spielerischer Erfahrung und detaillierter Information ein Bewusstsein für die Schutzbedürftigkeit von Flüchtlingen und die Notwendigkeiten von nachhaltigen Lösungen schaffen.

Als Ergänzung zum Erfahrungsspiel informiert Last Exit Flucht über Flüchtlingsfragen und Menschenrechte. Jedem Abschnitt des Reality-Games steht ein eigener Infoteil im Faktenweb gegenüber. Hier können die Jugendlichen alles über die relevanten Konventionen und Organisationen zum Schutz von Flüchtlingen nachlesen. Fallbeispiele illustrieren, in wie vielen Ländern die Menschenrechte mit Füßen getreten werden. Natürlich kommen auch Menschen, die nach Österreich geflohen sind, zu Wort.

Für den Einsatz von Last Exit Flucht im Schulunterricht gibt es einen eigenen Leitfaden für Pädagogen mit Vorschlägen für Rollenspiele und Gruppendiskussionen, die das Einfühlungsvermögen und das Verständnis der Jugendlichen vertiefen sollen. Zusätzlich liefert der Lehrer-Leitfaden weitere Hintergrundinformationen und viele Anregungen zum selbstständigen Weiterforschen der Jugendlichen.

Spielverlauf:
Das Spiel besteht aus drei Teilen: In 'Krieg oder Konflikt' muss sich der Spieler einem Polizeiverhör stellen. Regime-kritische Antworten werden von den Ordnungskräften mit Gewalt geahndet. Rechte, die bei uns als selbstverständlich betrachtet werden, sind dies nicht überall. Der Spieler hat daher nur eine einzige Möglichkeit, der Haft zu entgehen: die Flucht. In rund einer Minute muss er entscheiden, was er für die ungewisse Zukunft in einem ganz neuen Land einpackt. Auch auf dem Weg zur Staatsgrenze stehen schwierige Entscheidungen an: Welches Transportmittel ist das sicherste? Soll ich mich einem Schlepper anvertrauen?

Ist die Staatsgrenze endlich überschritten, sind damit noch längst nicht alle Hürden überwunden: Im Flüchtlingslager muss der Spieler bzw. die Spielerin zuerst den Dolmetscher finden, um sich überhaupt verständlich machen zu können. Auch der erste Schultag in einer neuen Klasse ist nicht leicht, wenn Kultur und Sprache völlig fremd sind. Der wichtigste Teil dieser Spiel-Ebene, ja das Herzstück des gesamten Spiels: Das Quiz 'Flüchtling oder Einwanderer?' Für sieben verschiedene Personen muss der Spieler jetzt diese Frage beantworten. Die wesentliche Unterscheidung zwischen Flüchtlingen, die keine Wahl haben und nur unter großer Gefahr in ihre Heimat zurückkehren könnten, und Einwanderern, die ohne Risiko ihre Verwandten daheim besuchen können, fällt ja in der öffentlichen Debatte allzu oft unter den Tisch.

Am Beginn des dritten Teils hat der Spieler einen wichtigen Schritt geschafft: Sein Asylantrag wurde genehmigt, er ist damit ein anerkannter Flüchtling. Doch jetzt muss er sein Leben neu organisieren. Die konkreten Aufgaben: einen Sommerjob finden, ein Handy kaufen, die neuen Nachbarn kennen lernen. Bei alldem ist der Spieler ständig mit Vorurteilen konfrontiert: 'Der nimmt uns die Mädchen weg!', 'Der nimmt uns die Arbeit weg!', 'Der stiehlt sicher, sobald man ihm den Rücken zudreht'. Sätze, die leider nicht nur in der virtuellen Welt fallen.

Motiviert vom großen Erfolg von Last Exit Flucht in Schweden und Norwegen haben die UNHCR-Büros in Österreich, Deutschland und der Schweiz das Spiel für den deutschsprachigen Raum adaptiert. So kann ab jetzt jeder und jede unter www.LastExitFlucht.org kostenlos ausprobieren, wie es ist, ein Flüchtling zu sein. Eine einzigartige Erfahrung, nach der man die Welt sicher mit anderen Augen sieht.

Quelle: UNHCR Österreich

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