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Geographie und Wirtschaftskunde
Mittelmeer leidet unter Touristenflut
Mittelmeer leidet unter Touristenflut

Der Tourismus im mediterranen Raum boomt wie nie zuvor. Eine neue Studie des WWF prognostiziert jetzt dem Mittelmeerraum drastische Wachstumsraten bei den Urlaubern und tief greifende Umweltzerstörungen.

Das Mittelmeer zählt zu den beliebtesten Ferienzielen der Welt. Derzeit urlauben jährlich 220 Millionen Entspannungshungrige am Mittelmeer. Doch Bodenerosion, Verschlechterung der Wasserqualität und -reserven sowie die zunehmende Gefahr von Waldbränden werfen lange Schatten auf das scheinbar ungetrübte Reisevergnügen.

500 Pflanzen- und Tierarten vom Austerben bedroht

Durch die Zerstörung ihres Lebensraumes im gesamten Mittelmeerraum sind bereits heute mehr als 500 einzigartige Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Beispiele sind die Mönchsrobbe und die Unechte Karettschildkröte.

Eine verstärkte Umorientierung Richtung sanfterer Formen des Tourismus bei Reiseveranstaltern wie Touristen sei daher dringend notwendig, so die Naturschutzorganisation WorldWildlifeFund (WWF).

350 Millionen Touristen im Jahr 2020

Der WWF veröffentlichte nun eine Analyse, die die Entwicklung des Tourismus im Mittelmeerraum in den nächsten Jahren skizziert. Die Studie basiert auf Satellitendaten, die Lichtintensitäten während der Winter- und Sommermonate in den Jahren 1993, 1995, 1998 und 2000 beschreiben. Das Verhältnis zwischen den Werten der jeweiligen Halbjahre diente als Indikator für das Ausmaß der touristischen Aktivitäten. Die Studie prognostiziert, dass die Zahl der Reisenden ins Mittelmeergebiet bis zum Jahr 2020 um 57 Prozent auf knapp 350 Millionen anwächst.

Boom auch im Osten und Süden

Mit einem verstärkten Ansturm von Urlaubs- und Vergnügungssüchtigen wird nicht nur in dem bereits stark erschlossenen nordwestlichen Mittelmeerraum wie Italien oder Spanien, sondern zunehmend auch im Süden und Osten gerechnet.

Der Analyse zufolge stehen auch Marokko, Tunesien, Griechenland sowie die Türkei und Kroatien vor einer neuen Urlauberflut.

Deutsche dominieren

84 Prozent der Urlauber im Mittelmeergebiet kommen aus Europa, wobei die Deutschen weiterhin die führende Urlaubernation bilden: In Italien, Spanien und der Türkei spricht ein Viertel der Touristen Deutsch, in Griechenland und Frankreich liegt ihr Anteil bei 20 Prozent. Die Verantwortung und zunehmende Sensibilisierung gegenüber den anstehenden Problemen müsse daher vor allem den großen Urlaubernationen ans Herz gelegt werden, so der WWF.

Kritisiert wird unter anderem, dass die Deutschen ihr vermeintlich hohes Umweltbewusstsein in den Ferien oft zu Hause lassen. Während der tägliche Wasserverbrauch in der Bundesrepublik bei etwa 140 Litern pro Kopf liege, verbrauchen Hotelgäste in Spanien durch die Bewässerung von Golfplätzen und den Badespaß im Swimmingpool zum Teil mehr als 800 Liter.

13 stark gefährdete Gebiete

Der WWF weist in der Studie zudem 13 besonders gefährdete Mittelmeerregionen aus, zu denen die Balearen, die tunesisch-algerische Küste sowie die dalmatische Küste in Kroatien zählen. Diese besonders sensiblen Meeres- und Küstenregionen dürfen nur eingeschränkt für Touristen erschlossen werden, fordert die Naturschutzorganisation.

Es bedarf dringend neuer nachhaltiger Ansätze in der Branche, um die erwartete Flut an Urlaubern in den Griff zu bekommen und um das gesamte natürliche und kulturelle Gleichgewicht der Region zu erhalten. Peter DeBrian, Autor der WWF-Studie, betont: "Die Tourismusindustrie muss lernen, die Naturparadiese, von denen sie letztlich abhängt, stärker zu schützen."

Quelle: ORF ON, 10.3.2001

Hintegrund-Infos und Fotos zur Studie des WWF


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