Die Kastanie

Edel- und Rosskastanie sind trotz einiger Ähnlichkeiten nicht miteinander verwandt! Sie unterscheiden sich vorallem durch die Blattform. Ein weiteres wichtiges Merkmal ist, dass die Früchte der Edelkastanie (Maronen) essbar und die Früchte der Rosskastanie sogar leicht giftig sind.


Die Edelkastanie (Castanea sativa)

Edelkastanien gehören zur Familie der Buchengewächse. Die älteste Nutzungsform der Edelkastanie ist sicherlich das Sammeln ihrer nahrhaften Früchte, wobei wahrscheinlich ist, dass diese Spezies schon vor dem Getreide kultiviert wurde. Die Domestizierung der Edelkastanie begann vermutlich schon vor etwa 12.000 Jahren. Die Edelkastanie zählt zu den heliophilen Spezies, die das obere Stockwerk des submediterranen Laubmischwaldes bilden und ist bis zu 900 m Seehöhe verbreitet. Die Kastanien sind reich an Stärke und stellten im Mittelalter für die Bevölkerung des nördlichen Mittelmeerraumes eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel dar. Das mittelharte Holz dieser Art wird in der Möbel- und Bauindustrie verwendet. In einigen mediterranen Ländern ist die Edelkastanie ein wichtiger Nutzholzbaum.

Wuchsform: Der Baum wird bis zu 30 m hoch. Die Krone ist rundlich und ausladend. Die Zweige sind fünfkantig.

Blätter: Die Blätter sind länglich und lanzettförmig mit gezähntem Seitenrand. An der Unterseite ist das Blatt behaart, doch im Herbst verkahlen sie.

Früchte: Die Blüten erscheinen von Mai bis Juli in langen Blütenständen. Männliche und weibliche Blüten sind im Gegensatz zur Rosskastanie getrennt. Die Früchte befinden sich in vierklappigen Bechern, welche mit dichten Dornen bestachelt sind. In jedem Becher befinden sich 1 bis 3 Früchte, die man als Maronen bezeichnet. Sie sind essbar und werden gerne geröstet oder gedämpft.

Die Rosskastanie (Acer campestre)

In der Vergangenheit wurden die Rosskastaniensamen, welche einen hohen Anteil an Saponinen enthalten, zerrieben und als Reinigungsmittel benutzt. Äußerlich wurde dieser Kastanienbrei in der Volksmedizin als Hausmittel gegen Hämorriden angewandt. Darüber hinaus enthalten Kastanien Stärke und können in beschränktem Ausmaß auch an Tiere verfüttert werden. Die zermahlenen Keimblätter werden heute in der Kosmetikindustrie verwendet. Den größten Wert hat die Rosskastanie jedoch sicherlich als Park-, Garten- und Alleebaum, weil ihre Krone imposant wirkt und die alljährliche Blüte im Frühjahr ein spektakuläres Ereignis darstellt.

Wuchsform:Die Rosskastanie kann eine Höhe von bis zu 30 m erreichen. Die Baumkrone hat eine rundliche - kugelige Form.

Blätter: Die gefingerten Blätter sind gegenständig. Die Blattform ist eiförmig und der Blattrand ist gesägt.

Früchte: Im Mai kann man die Rosskastanie an ihren großen roten oder weißen Blütenkerzen erkennen. Die Blüten haben eine vier bis fünfblättrige Krone und einen vierzähnigen Kelch. Die Früchte nennt man Kastanien. Jeweils zwei bis drei dieser braunen Kastanien sind in einer Kapsel zusammengefügt, welche wie ein Igel mit Stacheln besetzt ist.


Wissenswertes

Die Kastanie kam erst im 16. Jahrhundert nach Europa. Sie wird auch in der Homöopathie eingestetzt.